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Die versteckte Suchtfalle
04.06.2013 10:06 (1360 x gelesen)

Alkoholprobleme finden sich in allen Gesellschaftsschichten...

So überraschte Schauspielerin Jenny Elvers-Elbertzhagen mit ihrer Beichte im Fernsehen. Heiner Lauterbach schildert seine Jahre mit Hochprozentigem in seinem aktuellen Buch. Nun rüttelte das Jahrbuch Sucht 2013 auf, das die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Berlin präsentierte. Eine Badewanne voll alkoholischer Getränke hat demnach jeder Mensch in Deutschland 2011 im Schnitt konsumiert - 136,9 Liter Bier, Wein oder Spirituosen.



Fakt ist:

Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland gelten laut Bundesgesundheitsministerium als Alkoholabhängig, dabei sind Männer stärker betroffen als Frauen und rund 73 000 sterben jährlich an den Folgen ihres Alkoholmissbrauchs. Statistisch betrachtet konsumiert jeder Bundesbürger im Jahr zehn Liter reinen Alkohol. Doch wo fängt ein Alkoholproblem an?

Anzeichen

Trinkt jemand zu unpassenden Gelegenheiten, etwa bei der Arbeit oder obwohl er noch Autofahren muss, kann das laut Patrizia Hutter, der Suchtkoordinatorin im Landratsamt Heilbronn, ein Zeichen sein. Auffällig ist auch, wenn jemand über das angemessene Maß hinaus trinkt, etwa wenn er bei einem Umtrunk mit Kollegen fünf Gläser Sekt leert anstelle von einem oder zwei. „Die genannten Situationen sind nur Anhaltspunkte und müssen im Einzelfall neu betrachtet werden", betont Hutter. Generell sei es schwierig eine Grenze auszumachen, wo die Abhängigkeit anfängt, da der Übergang zwischen risikoarmen Alkoholkonsum und Missbrauch fließend sei.

Als risikoarmen Alkoholgenuss wertet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bei Frauen ein Glas Alkohol (Sekt/ Wein 0,11 oder Bier 0,251) täglich, bei Männern ist es die doppelte Menge. Außerdem sollten ein bis zwei Tage in der Woche alkoholfrei sein, um eine Gewöhnung zu vermeiden. Zwar stellt das Gläschen Rotwein am Abend keine Gefahr für den Körper dar. Aber die Macht der Gewohnheit kann schleichend zu einer Abhängigkeit führen.

Entscheidend für die Wirkung von alkoholhaltigen Getränken ist die Menge an reinem Alkohol, die man zu sich nimmt. So enthält ein Glas Bier 11,5 Gramm Alkohol, ein Glas Wein (0,2 Liter) 17,6 Gramm. Mediziner raten deshalb Frauen, pro Tag nicht mehr als 20 Gramm und Männern, nicht mehr als 30 Gramm reinen Alkohols zu sich zu nehmen. Sind Kinder im Haus, sollten sich Eltern klar machen, dass Erwachsene Vorbildfunktion haben und Kinder sich den Umgang mit Alkohol teils von den Eltern abgucken.

Hilfe

Erste Anzeichen dafür, ein Alkoholproblem zu haben, können laut BZgA Einschlafstörungen sein, Unruhe, wenn man nichts getrunken hat sowie Gereiztheit oder nachlassende Leistungsfähigkeit im Beruf. Im fortgeschrittenen Stadium können depressive Verstimmungen hinzukommen. Wer den Verdacht hat, ein Mensch im Bekanntenkreis könnte ein Problem haben, sollte handeln und laut Patricia Hutter die Person in einer „ruhigen Minute" persönlich und direkt auf die Vermutung ansprechen und Hilfe anbieten. „Falls man sich dies aber nicht zutraut, gibt es auch die Möglichkeit sich an eine der örtlichen Suchtberatungsstellen zu wenden. Im Stadt- und Landkreis Heilbronn bieten die Diakonie, die Caritas und der Verein für Jugendhilfe Suchtberatung an", sagt Hutter.

Infos und Suchtberatung: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.bzga.de

Quelle: Heilbronner Stimme, Isabell Voigt


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